BAföG-Rückzahlung

Unter BAföG versteht man eine staatliche Förderungsmaßnahme, welche Schülern und Studenten bei ihrer Ausbildung unterstützen soll. Der Name BAföG leitet sich von dem Bundesausbildungsförderungsgesetz ab, welches diese staatliche Unterstützung regelt. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz verfolgt das Ziel, eine bessere Chancengleichheit im Bildungswesen, vor allem für einkommensschwache Bildungsschichten zu ermöglichen.

Die BAföG-Förderung ist zur Hälfte ein zinsfreies Darlehen und zur anderen Hälfte ein nicht zurückzuzahlender Zuschuss. Den Darlehensanteil vom erhaltenen BAföG muss man zurückzahlen.

Da die BAföG-Förderung auf einem Gesetz beruht und Gesetzestexte sprachlich oft schwierig verständlich sind, entstehen häufig Fragen, die der Beratung bedürfen. So ist dies auch bei der BAföG-Rückzahlung der Fall. Diese Seite verfolgt daher den Zweck die wichtigsten Fragen rund um die BAföG-Darlehensrückzahlung zu beantworten und versucht wichtige und wertvolle Informationen sowie Tipps bezüglich der Rückzahlung des BAföG aufzuzeigen.

1. Alles Wichtige auf einem Blick

Für alle, die die wichtigsten Informationen sofort erfahren möchten, denen sollte die folgende Tabelle helfen. Für tiefer gehende Informationen empfiehlt es sich jedoch die ausführlicheren Texte unterhalb der Tabelle zu lesen.

Wen trifft die BAföG-Rückzahlung? Personen, die  für ihr Studium Studenten-BAföG und/oder AuslandsBAföG erhalten haben
Maximale BAföG-Darlehensschuld Es sind höchstens 10.000 € für BAföG zurückzuzahlen
Beginn der BAföG-Rückzahlung 5 Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer des Bachelor-Studiums
Ist eine Ratenzahlung möglich? Ja, 315 € vierteljährlich
Freistellung der BAföG-Rückzahlung Ja, auf Antrag kann bei geringem Einkommen die BAföG-Rückzahlung jeweils um 1 Jahr aufgeschoben werden
Nachlass bei der BAföG-Rückzahlung Bis zu 50 % bei BAföG-Rückzahlung auf einen Schlag
Teilerlass der BAföG-Rückzahlung Ein Teilerlass gab es nur, wenn das Studium vor dem 31.12.2012 abgeschlossen wurde

 

2. Welche Arten von BAföG-Förderung gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von BAföG, bzw. es sind unterschiedliche Förderungen im allgemeinen Sprachgebrauch unter der Bezeichnung BAföG geläufig. Daher werden diese BAföG-Arten im Folgenden kurz vorgestellt.

Das wohl bekannteste BAföG ist das Studenten-BAföG. Dieses erhalten alle Studenten, die es beantragen und gewisse Voraussetzungen erfüllen. Genauere Informationen finden sich hier und hier.

Hinzukommen zwei weitere BAföG-Arten, die jedoch auf demselben Gesetz beruhen und allgemein dem Studenten-BAföG zugerechnet werden können: das elternunabhängige BAföG und das sogenannte Auslands-BAföG.

Daneben existiert auch das Schüler-BAföG, welches explizit für Schüler gedacht ist. Die Eigenschaften des Schüler-BAföG werden ebenfalls im Bundesausbildungsförderungsgesetz geregelt.

Eine weitere Art stellt das sogenannte Meister-BAföG dar. Dieses richtet sich an Handwerker und andere Fachkräfte, die für ihre Fortbildung finanzielle Unterstützung brauchen. Das Meister-BAföG ist auch unter dem Namen Aufstiegs-BAföG geläufig und wird durch das Aufstiegsfortbildungsföderungsgesetz (kurz: AFBG) geregelt. Nähere Informationen zum Aufstiegs-BAföG lassen sich hier und hier finden.

3. Muss man BAföG zurückzahlen?

Um diese Frage zu beantworten, muss erst einmal geklärt werden, welche der oben genannten BAföG-Arten man erhalten hat. Denn jede Art von BAföG hat andere Rückzahlungsmodalitäten.

Studenten-BAföG, elternunabhängiges BAföG sowie AuslandsBAföG werden zu 50% als Darlehen und zu 50% als Zuschuss geleistet.

Schüler haben es in diesem Fall etwas besser, denn das Schüler-BAföG ist ein Vollzuschuss und somit muss nichts zurückgezahlt werden.

Das Meister-BAföG bzw. Aufstiegs-BAföG ist hingegen zu 40 % ein Zuschuss und die restlichen 60% werden als Darlehen gewährt. Hier muss ebenfalls der Darlehensanteil zurückgezahlt werden.

Somit ergibt sich folgende Tabelle:

Frage Antwort
Muss man Schüler-BAföG zurückzahlen? Nein. Schüler-BAföG wird als Vollzuschuss gewährt und muss somit nicht zurückgezahlt werden.
Muss man Studenten-BAföG zurückzahlen? Ja, da die Förderung zu 50% als Darlehen gewährt wird, so muss der Darlehensanteil auf jeden Fall zurückgezahlt werden.
Muss man elternunabhängiges BAföG zurückzahlen? Ja, hier gelten die gleichen Bedingungen wie beim normalen Studenten-BAföG. Somit muss der Darlehensanteil zurückgezahlt werden.
Muss man Auslands-BAföG zurückzahlen? Ja, denn auch diese Förderung beruht auf demselben Gesetz wie das Studenten-BAföG und demnach muss das Darlehen zurückgezahlt werden.
Muss man Meister-BAföG zurückzahlen? Ja, hier muss der erhaltene Darlehensanteil zurückgezahlt werden.


4. Wer genau muss erhaltenes BAföG zurückzahlen?

BAföG zurückzahlen müssen somit alle Studenten (egal ob es normales Studenten-BAföG, elternunabhängiges BAföG oder AuslandsBAföG war). Die geforderte Summe beschränkt sich dabei jedoch lediglich auf den Darlehensanteil!

Meister-BAföG zurückzahlen müssen alle Fachkräfte, die es in Anspruch genommen haben. Dabei muss die gesamte Summe, die man erhalten hat, zurückgezahlt werden.

Schüler-BAföG muss hingegen nicht zurückgezahlt werden, da dieses ein staatlicher Vollzuschuss ist.

Die nun folgenden Abschnitte bezüglich der BAföG-Rückzahlung gelten für das Studenten-BAFöG, sowie AuslandsBAFöG und elternunabhängiges BAFöG. Nähere Informationen bezüglich der MeisterBafög Rückzahlung finden sich hier.

5. Wie viel BAföG muss man zurückzahlen?

(§ 17, Absatz 2 BAföG)

Durch einige Gesetzesänderungen innerhalb des Bundesausbildungsförderungsgesetzes gibt es verschiedene Bemessungsgrundlagen für die Höhe der BAföG-Rückzahlung. Diese richten sich nach dem Beginn des Studiums, also der Einschreibung an einer Ausbildungsstätte. Die verschiedenen Situationen werden im Folgenden näher erläutert.

a. Höhe der BAföG-Rückzahlung bei einem Studienbeginn nach dem 28. Februar 2001

Alle Studierenden, die ihr Studium nach dem 28. Februar 2001 aufgenommen und BAföG erhalten haben, müssen lediglich ihren erteilten Darlehensanteil bis zu einem Höchstbetrag von maximal 10.000 € zurückzahlen. Dieses „Darlehenslimit“ bzw. diese Deckelung wurde im Ausbildungsförderungsreformgesetz (kurz: AföRG) von 2001 festgelegt. Das heißt, wenn man eine Darlehensschuld von über 10.000 € angehäuft hat, so wird die darüber liegende Differenz erlassen.

Folgende Beispiele dienen einmal zur Veranschaulichung:

Beispiel 1: Du hast während deines Studiums insgesamt 15.000 € an BAföG-Leistungen erhalten. Hiervon sind jeweils 7,500 € als zurückzuzahlendes Darlehen und als Zuschuss geleistet worden. Demnach muss man „nur“ 7.500 € von dem erhaltenen BAföG zurückzahlen. In diesem Fall liegst du unter der Grenze von 10.000 €.

Beispiel 2: In deiner Studienzeit hast du 20.000 € als BAföG-Förderung vom Staat erhalten. Nach der 50%-Regel wurden davon 10.000 € als Zuschuss und 10.000 € als Darlehen gewährt. In diesem Fall entspricht dein erhaltener Darlehensanteil genau dem festgelegten zurückzuzahlenden Höchstbetrag. Somit muss du insgesamt 10.000 € an den Staat zurückzahlen.

Beispiel 3: Während deines Studiums hast du einen Betrag von 30.000 € an Förderung erhalten. Davon sind 15.000 € als Darlehen gewährt und 15.000 € als Zuschuss geleistet worden. In diesem Fall greift die Obergrenze von 10.000 €. Somit müssen lediglich 10.000 € des geleisteten BAföG-Darlehens zurückbezahlt werden. Das heißt, dass dir alle Schulden darüber erlassen werden! In diesem Fall wären das genau 5.000 €.

Wenn man die Rückforderung des geleisteten BAföG sofort oder in größeren Teilbeträgen zurückzahlt, so werden in bestimmten Fällen hohe Rabatte erteilt.

Wie hoch diese Rabatte sind, lassen sich in der BAföG-Rückzahlung Tabelle einsehen. Zudem erhält man in seinem Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid in einem solchen Falle ein konkretes Angebot.

b. Höhe der BAföG-Rückzahlung bei einem Studienbeginn vor dem 28. Februar 2001

Wer hingegen sein Studium (im Gesetz ein sogenannter Ausbildungsabschnitt) vor dem 28. Februar 2001 begonnen hat, dem wird diese Art eines „zurückzuzahlenden Darlehenslimits“ nicht zuteil. Demnach muss der gesamte Betrag des erhaltenen BAföG-Darlehensanteils zurückgezahlt werden. Um dies zu verdeutlichen, beziehen wir uns noch einmal auf das zuvor genannte dritte Beispiel.

Beispiel: Wir nehmen an, dass man sein Studium vor dem 28. Februar 2001 begonnen hat und für dieses eine BAföG-Förderung von insgesamt 30.000 € erhalten hat. Wiederum ist diese Leistung zu 50% ein Darlehen (15.000€) und zu 50% ein Zuschuss (ebenfalls 15.000 €). Da der Ausbildungsabschnitt vor der Gesetzesänderung begonnen wurde, kommt man nicht in den Genuss dieses „Darlehenslimit“. Somit muss das gesamte erhaltene BAföG-Darlehen von 15.000 € zurückgezahlt werden.

In diesem Fall ist es egal, ob die erste BAföG-Zahlung nach dem 28. Februar 2001 stattgefunden hat. Ausschlaggebend für die Höhe der BAföG-Rückzahlung ist der Beginn des Ausbildungsabschnittes. Ein Ausbildungsabschnitt ist die Zeit, die man an einer Ausbildungsstätte verbringt und endet erst, wenn die Ausbildung endgültig abgebrochen oder durch einen Abschluss vollendet wird.

 

c. Sonderfall: BAföG-Rückzahlung von Leistungen während eines Studiums zwischen 1983 – 1990

Unter der Regierung von Helmut Kohl wurde 1982 eine Veränderung des BAföG herbeigeführt. Dadurch wurde aus dem vormalig vollständigen Förderungszuschusses ein Volldarlehen. Alle Personen die von dieser Gesetzesänderung betroffen sind, müssen im Normalfall das vollständig erhaltene BAföG zurückzahlen.

Ab 1990 gab es mit der Eingliederung der neuen Bundesländer eine weitere Gesetzesänderung, die zu der heutigen 50% Darlehen und 50% Zuschuss-Regelung geführt hat. Da das Volldarlehen einen Nachteil für alle Studierenden in dieser Zeit darstellt (im Vergleich zu den Studenten ab 1990 und allen Studierenden die BAföG vor dieser Änderung erhalten haben), hat sich die Berliner Initiative gegen BAföG-Volldarlehensregelung 1992 gegründet.

Diese befasst sich mit dem Thema des Volldarlehens und bietet wertvolle Tipps bezüglich dieses Themas. Falls du das Volldarlehen erhalten hast und nun die Rückzahlung leisten musst, so ist die Webseite www.bafoegini.de die richtige Anlaufstelle für dich!

Gleichzeitig mit dem Volldarlehen wurde auch die Darlehensverordnung eingeführt, wodurch es überhaupt möglich ist Nachlässe bei vorzeitiger Rückzahlung zu erhalten. Somit gibt es erst seit der Einführung des Volldarlehens die Möglichkeit bei der Rückzahlung Rabatte zu erhalten!

d. BAföG-Rückzahlung von erhaltenem Darlehen zwischen 1971 und 1982

Dieses BAföG wurde als Vollzuschuss geleistet und muss wie das heutige Schüler-BAföG nicht zurückgezahlt werden.

6. Wann ist der Beginn der BAföG-Rückzahlung?

(§ 18 Absatz 3 und 5a BAföG)

Der Beginn der BAföG-Rückzahlung ist fünf Jahre nach Beendigung der Förderungshöchstdauer des Ausbildungsabschnittes. Wurden mehrere Ausbildungsabschnitte gefördert (z.B. Bachelor und Master), so richtet sich die Rückzahlungsaufforderung nach dem Ende der Förderungshöchstdauer des ersten Ausbildungsabschnittes. Mit dem FBR (Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid) ist ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Beginn der Rückzahlung zu rechnen.

Die Förderungshöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit nach dem Hochschulrahmengesetz (§ 10, Absatz 2). Demnach ist die Prüfungsordnung des jeweiligen Studienganges maßgeblich für die Höhe der Regelstudienzeit.

Beispiel: Es wurde ein Bachelor mit einer Regelstudienzeit von 6 Semestern absolviert. Dieser wurde im Oktober 2011 begonnen und ab diesem Zeitpunkt erhielt man für 6 Semester (bis September 2014) die BAföG-Förderung. Somit ist im März 2019 mit dem Bescheid für die Rückzahlung des BAföG zurechnen.
  1. Maßgeblich ist hier die festgelegte Regelstudienzeit und nicht die tatsächliche Zeit die man für sein Studium braucht. Selbst wenn du noch einige Semester für deinen Bachelor in Anspruch nimmst, so wird die Rückzahlungsforderung dir dennoch im März 2019 überstellt werden.
  2. Das gleiche gilt für einen anschließenden Master: Wenn du z.B. in der Regelstudienzeit deinen Bachelor absolvierst und im Anschluss einen Master machst, der auch durch BAföG gefördert wird, so erhältst du dennoch die Rückzahlungsaufforderung im März 2019.

 

7. Kann man die BAföG-Darlehensschuld in Raten zurückzahlen?

(§ 18 Absatz 3 und 4 BAföG)

Ja, nach Paragraph 18 Absatz 3 des Bundesausbildungsförderungsgesetz ist es vorgeschrieben, dass die BAföG-Rückzahlung in gleichbleibenden Raten mit einer Höhe von mindestens 105 € durchzuführen ist. § 18, Abs. 4 gibt ferner an, dass die Raten für je drei aufeinanderfolgende Monate in einer Summe zu zahlen sind. Demnach müssen vierteljährlich 315 € an das Bundesverwaltungsamt überwiesen werden.

8. Wie lang ist die Dauer der BAföG-Rückzahlung?

(§ 18 Absatz 3 BAföG)

In § 18 Absatz 3 des BAföG ist festgelegt, dass die Rückzahlung der BAföG-Darlehensschuld innerhalb von 20 Jahre zu erfolgen hat. Diese Rückzahlungsfrist kann durch die Freistellung von der Rückzahlung um weitere 10 Jahre und somit auf 30 Jahre verlängert werden. Weitere Informationen zu der Freistellung von der BAföG-Rückzahlung folgen im nächsten Abschnitt oder auf dieser Seite.

In der Regel brauchen Personen, die BAföG erhalten haben und ihr Studium nach dem 28. Februar 2001 begonnen haben, nie länger als knapp 8 Jahre um ihr BAföG in Raten zurückzuzahlen. Dies gilt für den Fall, dass man die Höchstgrenze von 10.000 € an BAföG abbezahlen muss. Folgende Beispiele verdeutlichen dies etwas näher:

Beispiel 1: Dein BAföG-Darlehen beläuft sich auf 7.500 € und du zahlst dein BAföG ohne Unterbrechung in vierteljährlichen Raten zu je 315 € zurück. Dies entspricht 23 Ratenzahlungen sowie einer Zahlung mit der Restschuld (7.500 € / 315 € = 23,8 Ratenzahlungen) Somit dauert die BAföG-Rückzahlung deiner Darlehensschuld insgesamt rund 6 Jahre (23,8 Ratenzahlungen / 4 Ratenzahlungen pro Jahr = 5,95 Jahre).

Beispiel 2: Entspricht die Schuld des BAföG-Darlehens genau 10.000 € oder liegt sogar darüber, so greift das „Darlehenslimit“ von 10.000 €. Wenn man das BAföG nun in den geforderten vierteljährlichen Raten von 315 € ohne Unterbrechung (z.B. durch Freistellung oder Stundung) zurückzahlt, so muss man insgesamt und 31 Ratenzahlungen und eine Zahlung mit der Restschuld leisten (10.000 € / 315 € = 31,7 Ratenzahlungen). Die Abzahlung des BAföG-Darlehens nimmt somit rund 8 Jahre in Anspruch(31,7 Ratenzahlungen / 4 Ratenzahlungen pro Jahr = 7,93 Jahre).

Beispiel 3: Du hast eine Darlehensschuld von 15.000 € und zählst zu den Personen, die ihr Studium vor dem 28. Februar 2001 begonnen haben, so musst du die volle BAföG-Darlehensschuld zurückzahlen, da das „Darlehenslimit“ nicht greift. In diesem Fall würde man bei vierteljährlicher Zahlung von Raten in Höhe von 315 € insgesamt 47 Ratenzahlungen und eine zuzügliche Zahlung der Restschuld durchführen (15.000 € / 315 € = 47,6 Ratenzahlungen). Dies entspräche einer Dauer der BAföG-Rückzahlung von rund 12 Jahren (47,6 Ratenzahlungen / 4 Ratenzahlungen pro Jahr = 11,9 Jahre).

Um die Dauer der Ratenzahlung zu verkürzen und im besten Fall noch Rabatte dafür zu erhalten, so lohnt sich in einigen Fällen eine vorzeitige Rückzahlung vom BAföG.

Dies trifft jedoch nur auf Personen zu, die in ihrem FRB ein entsprechendes Angebot über eine vorzeitige Rückzahlung erhalten haben.

9. Ist eine Freistellung der BAföG-Rückzahlung möglich?

(§ 18a BAföG)

Da die Rückzahlung von BAföG einkommensabhängig ist, kann auf Antrag eine Freistellung von der BAföG-Rückzahlung erwirkt werden. Dafür wurden Freibeträge festgelegt, die bei den letzten Gesetzesänderungen stetig angehoben wurden.

Der Antrag kann online gestellt werden, oder als PDF heruntergeladen und per Post zugestellt werden.

Die Höhe des Freibetrages wird nicht nur anhand des Einkommens sondern auch durch Ehe- bzw. Lebenspartner und/oder eigene Kinder beeinflusst. So können unterschiedliche Freibeträge für verschiedene Personen gelten.

In der folgenden Tabelle sind die aktuellen Freibeträge (Stand: 08/2016) aufgeführt:

Situation Freibetrag
Single 1.145 € (netto)
Lebens- oder Ehepartner + 570 €
Kinder (pro Kind) + 520 €
Alleinerziehende mit einem Kind unter 16 Jahre + 175 (Kinderbetreuung)
Jedes weitere Kind (unter 16 Jahre) + 85 €

Wie man anhand der Tabelle sehen kann, liegt die unterste Einkommensgrenze für einen Darlehensnehmer bei 1.145 €.

Wenn man nun noch einen Ehepartner oder einen eingetragenen Lebenspartner hat, so erhöht sich die Einkommensgrenze um 570 €, jedoch nur, wenn der Partner sich nicht in einer Ausbildung befindet, welche durch BAföG oder dem SBG III gefördert werden kann.

Eine weitere Erhöhung der Einkommensgrenze entsteht durch die Anzahl der Kinder die man hat. So wird der Freibetrag für die BAfög-Rückzahlung je Kind um 520 € angehoben. Auch in diesem Fall gilt, dass sich das jeweilige Kind nicht in einer Ausbildung befindet, welche durch BAföG gefördert oder dem SBG III wird/werden kann.

Falls man Alleinerziehend ist und das Kind/die Kinder unter 16 Jahre ist/sind, so steht einem ein Kinderbetreuungskostenzuschlag zu. Dieser beläuft sich auf 175 € für das erste Kind und für jedes weitere Kind gibt es zusätzliche 85 €.

Desweiteren erhöht sich bei behinderten Menschen der Freibetrag um den Betrag der behinderungsbedingten Aufwendungen, so wie sie im § 33b des Einkommenssteuergesetzes festgelegt sind.

Folgende zwei Beispiele zeigen verschiedene Konstellationen, welche zu unterschiedlichen Einkommensgrenzen führen

Beispiel 1: Du bist verheiratet und dein Partner wird nicht durch BAföG gefördert. In diesem Fall wird der Freibetrag eines Singles von 1145 € angesetzt und um 570 € erhöht. Anschließend liegt der neue Freibetrag bei 1715 €.

Beispiel 2: Du bist Alleinerziehend, hast zwei Kinder und eines dieser Kinder ist unter 16 Jahre. Somit erhöht sich der reguläre Freibetrag von 1145 € noch um 1040 € (2 x 520 €) für die beiden Kinder, sowie um weitere 175 € als Kostenzuschlag für die Kinderbetreuung. Demnach gilt für dich ein Freibetrag von 2360 €.

Weitere Beispiele sowie zusätzliche Informationen bezüglich der Freibeträge der letzten Jahre sind auf dieser Seite aufgeführt.

10. Ist eine Stundung der BAföG-Rückzahlung möglich?

Aufgrund von den gesetzlichen Bestimmungen (§ 18a BAföG) kann es sein, dass eine Freistellung von der Rückzahlung nicht möglich ist. In solchen Fällen kann man fällige Raten auf Antrag stunden. Dies gilt ebenfalls für schon fällige Kosten sowie Zinsen. Auch hier muss ein Antrag auf Stundung gestellt werden (online oder als PDF).

Eine Stundung der BAföG-Rückzahlung ist jedoch nur möglich, wenn folgende Situationen eintreten:

  1. Eine sofortige Einziehung der fälligen Beträge würde für dich mit erheblicher Härte verbunden sein
  2. eine Stundung nicht den Anspruch des Bundes gefährdet (§ 59 Absatz 1 BHO)

Für den Zeitraum der Stundung werden Stundungszinsen erhoben. Diese haben in der Regel eine Höhe von 2% über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank.

Nähere Informationen, was z.B. erhebliche Härte bedeutet und wann der Anspruch des Bundes gefährdet ist, finden sich auf dieser Seite.

11. Gibt es einen Nachlass bei der BAföG-Rückzahlung?

(§ 18 Absatz 5b BAföG), (§ 6 DarlehensV) & (Anlage zu § 6, Absatz 1 DarlehensV)

Ja, in einigen Fällen erhält man einen Nachlass, wenn man die BAföG-Rückzahlung auf einen Schlag tätigt oder aber größere Beträge (ab 500 €) auf das Rückzahlungskonto des Bundesverwaltungsamt einzahlt, also eine Teilablösung durchführt. Das heißt, man kann Bafög auf einmal zurückzahlen oder in größeren Beträgen begleichen und dadurch sparen.

Ob eine vorzeitige Rückzahlung mit Nachlässen verbunden ist, ist individuell unterschiedlich und hängt mit der Höhe des insgesamt erhaltenen Darlehens ab.

Im Regelfall erhält man direkt ein Angebot vom BVA für eine vorzeitige Rückzahlung. Hierbei wird dann auch angegeben, wie hoch der mögliche Nachlass sein kann.

Tipp: Zudem kann man auch noch von seinem Nachlass profitieren, selbst wenn man schon mit der Rückzahlung angefangen hat. Denn sobald ein entsprechendes Angebot des BVA vorliegt, so werden Nachlässe auf größere Teilbeträge (ab 500 €) gewährt. Die entsprechenden Nachlasshöhen sind in der in der BAföG-Rückzahlungstabelle aufgeführt.

Anhand der folgenden Tabelle kann man die möglichen Ersparnisse ablesen. Auf dieser Seite sind nur die Beträge aufgeführt, bei der sich eine vorzeitige Rückzahlung bei dem vorgeschriebenen „Darlehenslimit“ von 10000€ noch rechnet.

Abzulösendes Darlehen gewährter Nachlass zuzahlender Betrag
500,00 € 8% 460,00 €
1.000,00 € 9% 910,00 €
1.500,00 € 10% 1.350,00 €
2.000,00 € 11,50% 1.770,00 €
2.500,00 € 12,50% 2.188,00 €
3.000,00 € 13,50% 2.595,00 €
3.500,00 € 15% 2.975,00 €
4.000,00 € 16% 3.360,00 €
4.500,00 € 17% 3.735,00 €
5.000,00 € 18,50% 4.075,00 €
5.500,00 € 19,50% 4.428,00 €
6.000,00 € 20,50% 4.770,00 €
6.500,00 € 21,50% 5.103,00 €
7.000,00 € 22,50% 5.425,00 €
7.500,00 € 23,50% 5.738,00 €
8.000,00 € 24,50% 6.040,00 €
8.500,00 € 25,50% 6.333,00 €
9.000,00 € 26,50% 6.615,00 €
9.500,00 € 27,50% 6.888,00 €
10.000,00 € 28,50% 7.150,00 €
10.500,00 € 29,50% 7.403,00 €
11.000,00 € 30% 7.700,00 €
11.500,00 € 31% 7.935,00 €
12.000,00 € 32% 8.160,00 €
12.500,00 € 33% 8.375,00 €
13.000,00 € 33,50% 8.645,00 €
13.500,00 € 34,50% 8.843,00 €
14.000,00 € 35,50% 9.030,00 €
14.500,00 € 36% 9.280,00 €
15.000,00 € 37% 9.450,00 €
15.500,00 € 37,50% 9.688,00 €
16.000,00 € 38,50% 9.840,00 €
16.500,00 € 39% 10.065,00 €

Für Personen, die ihr Studium vor dem 28. Februar 2001 begonnen haben, greift das „Darlehenslimit“ von 10.000 € nicht und demnach lohnt es sich eventuell auch weit höhere Beträge direkt zu begleichen, um von den Nachlässen zu profitieren. Die vollständige BAföG-Rückzahlungstabelle ist auf dieser Seite zu finden.

Im folgenden werden zwei Beispiele aufgeführt, die das Einsparpotential bei sofortiger Rückzahlung aufzeigen:

Beispiel 1: Du hast eine Darlehensrestschuld von 10.000 € und das BVA unterbreitet dir ein Angebot für sofortige Rückzahlung. Sofern du dieses annimmst, so musst du lediglich 7150 € auf das Rückzahlungskonto des BVA überweisen und hast damit deine BAföG-Schulden beglichen. Hierdurch sparst du insgesamt 28,5 %.

Beispiel 2:  Du hast eine Darlehensrestschuld 16.000 € und dir wird die Option gegeben, die BAföG-Schulden vorzeitig zurückzuzahlen. Falls du dies in Anspruch nimmst, so musst du lediglich einen Betrag von 9840 € an das BVA überweisen. Dadurch spart man 38,5% im Vergleich zur Darlehensrestschuld.

Wichtig ist hierbei zu vermerken, dass die Nachlässe immer auf die Gesamtdarlehensschuld angewendet werden, also das Darlehenslimit von 10000 € nicht als Grundlage zur Berechnung der Nachlässe dient.

Somit ergibt sich nur eine gewisse Spanne, in der es sich lohnt die Schulden direkt zu begleichen (siehe Tabelle). Ab einer Darlehensrestschuld von über 16000 € lohnt sich eine vorzeitige Rückzahlung nicht mehr und es wir empfohlen in Raten zu bezahlen, da in diesem Fall die Obergrenze von 10000 € greift (dies gilt natürlich nur für Studenten, die ihr Studium nach dem 28.02.2001 begonnen haben!).

Nähere Informationen und weitere Beispielrechnungen finden sich auf der Unterseite „Nachlass bei der BAföG-Rückzahlung“.

12. Gibt es einen Teilerlass bei der BAföG-Rückzahlung?

(§ 18b BAföG)

Einen Teilerlass gab es nur bis zur Beendigung des Studiums bis zum 31.12.2012 und konnte bei guten Leistungen und/oder einem schnellen Studium beantragt werden. Seitdem zuvor genannten Stichtag existiert diese Form von Erlass der BAföG-Rückzahlung nicht mehr.

Darüber hinaus gab es noch eine Teilerlassregelung bei der Kinderbetreuung. Diese wurde aber bereits zum 31. Dezember 2009 durch eine Gesetzesänderung abgeschafft und kann nicht mehr beantragt werden.

Nähere Informationen zu den Teilerlässen finden sich auf den Unterseiten Erlass bei der BAföG-Rückzahlung sowie BAföG-Rückzahlung und Kinder.