Freibetrag bei der BAföG-Rückzahlung


Um eine Freistellung von der BAföG-Rückzahlung zu erhalten, darf das monatliche Einkommen nicht den festgelegten Freibetrag übersteigen. Die folgende Tabelle zeigt, welcher Freibetrag bei der Bafög Rückzahlung angesetzt wird. Dabei sind in der Tabelle sowohl die aktuellen Freibeträge, als auch die vorher gültigen Freibeträge angegeben.

Freibetrag (netto)
Situation seit 08/2016 ab 10/2010 ab 10/2008 ab 10/2002
Single 1.145 € (netto) 1.070 € 1.040 € 960 €
Lebens- oder Ehepartner 570 € 535 € 520 € 480 €
Kinder (pro Kind) 520 € 485 € 470 € 435 €

Zusätzlich erhält man als Alleinerziehender noch einen Freibetrag für die Kinderbetreuung bei einem Kind unter 16 Jahren. Jedes weitere Kind unter 16 erhöht diesen Betrag. Die folgende Tabelle gibt diese Freibeträge wider:

Für: Freibetrag
Alleinerziehende mit einem Kind u. 16 + 175 (Kinderbetreuung)
Jedes weitere Kind (u. 16 Jahren) 85 €

Menschen mit Behinderung können ihren Freibetrag noch zusätzlich um den Pauschbetrag nach §33b EStG erhöhen.

Beispiel 1: Du bist verheiratet und hast ein Kind. Dadurch erhöht sich der reguläre Freibetrag von 1145 € um 570 € für den Ehepartner und um weitere 520 € für das Kind. Somit gilt für dich ein Freibetrag von 2235 €.

Beispiel 2: Du hast einen eingetragenen Lebenspartner, welcher durch BAföG gefördert wird und hast zusätzlich zwei Kinder, die wiederum nicht durch BAföG gefördert werden. Somit erhöht sich der Freibetrag für einen Single von 1145 € um 1040 € (jeweils 520 € für ein Kind). Die 570 € für den Lebenspartner werden nicht angerechnet, da dieser eine Förderung erhält. Somit liegt dein Freibetrag bei 2185 €.

Weitere Rechenbeispiele sind hier zu finden.

Eine zusätzlich interessante Frage ist folgende: Was ge­schieht, wenn mein Ein­kom­men knapp über dem für mich gel­ten­den Frei­be­trag liegt?

Sofern das anrechenbare Einkommen über den jeweils geltenden Freibetrag liegt, so muss die Rückzahlungsrate von monatlich 105 € bzw. die 3-Monats-Rate von 315 € gezahlt werden.

Falls das anrechenbare Einkommen den Freibetrag um weniger als 105 € überschreitet, so wird vom BVA eine Freistellung mit verminderter Rückzahlungsrate gewährt. Als Mindestbetrag für eine monatliche Rate werden 10 € angesetzt, welche sich in Schritten von 5 € erhöht. Das bedeutet, dass die Beträge für die errechnete verminderte Rate auf volle 5 bzw. 10 € Beträge abgerundet wird.

Beispiel: Du bist verheiratet und hast ein Kind. Dein geltender Freibetrag liegt bei 2235 €. Dein anrechenbares Einkommen beläuft sich auf 2257,33 €. Somit liegt dein Einkommen mit 22,33 € über den für dich geltenden Freibetrag.

In diesem Fall würde dir eine Freistellung mit einer verminderten Rate von 20 € gewährt. Somit müsstest du monatlich 20 € statt der regulären 105 € Rate an das BVA zurückzahlen.

Falls jedoch das gesamte Darlehen bereits fällig ist, so ist eine Freistellung nicht mehr möglich. In einem solchen Fall wird eventuell eine Stundung der BAföG-Rückzahlung gewährt.