Freistellung von der BAföG-Rückzahlung


Die Freistellung von der Bafög Rückzahlung dient all denjenigen, die ein zu geringes Einkommen haben und mit der Darlehensrückzahlung übermäßig belastet wären. Geregelt wird dies anhand eines Freibetrages. Dieser wurde in den letzten Jahren stetig angehoben und für alle Personen, die von der Bafög Rückzahlung betroffen sind, gilt der heutige Freibetrag:

Freibetrag Für:
1.145 € (netto) Single
+ 570 € Lebens- oder Ehepartner
+ 520 € Kinder (pro Kind)
+ 175 (Kinderbetreuung) Alleinerziehende mit einem Kind u. 16
+ 85 € Jedes weitere Kind (u. 16 Jahren)

Wie man erkennen kann, gibt es verschiedene Situationen und der Freibetrag kann sich von Person zu Person individuell unterscheiden. Hier sind einige Beispiele:

Beispiel 1: Du bist Single und hast ein Kind unter 16 Jahre. Somit erhöht sich der reguläre Freibetrag von 1145 € um 520 € für das Kind und zusätzlich um 175 € für die Kinderbetreuung. Dadurch gilt für dich ein Freibetrag von 1840 €.

Beispiel 2: Du bist verheiratet und hast zwei Kinder. Dadurch erhöht sich der Freibetrag von 1145 € um 570 €für den Ehepartner und weitere 1040 € für die beiden Kinder. Somit liegt dein Freibetrag bei 2755 €.

Beispiel 3: Du bist verheiratet und hast ein Kind. Jedoch wird sowohl der Ehepartner als auch das Kind durch BAföG gefördert. Somit erhöht sich dein Freibetrag nicht und bleibt bei 1145 €.

Die Befreiung von der BAföG-Rückzahlung bedeutet aber nicht, dass einem die Schulden erlassen werden. Es wird lediglich ein Aufschub gewährt.

Eine Freistellung wird durch einen Antrag erreicht und gilt ab dem Antragsmonat für ein Jahr.  Rückwirkend ist eine Freistellung höchstens für 4 Monate ab dem Antragsmonat möglich.

Der Antragsteller muss die Voraussetzungen für die Freistellung jedoch beweisen (z.B. durch Einkommensnachweise, etc.).

Sofern diese bestehen, kann der Antrag online gestellt werden oder als PDF heruntergeladen und per Post an das BVA geschickt werden.

Sobald sich die Einkommensverhältnisse verändern, so muss das BVA darüber in Kenntnis gesetzt werden. Wenn die Voraussetzungen für die Freistellung dann nicht mehr gegeben sind, so wird der Bescheid ab dem Monat, in dem die Änderung gültig ist, geändert.

Falls man den Freibetrag überschreitet, so muss man Bafög zurückzahlen. Wenn man dabei zum Beispiel aber unter der monatlichen Rate von 105€ bleibt, so muss man nur den Differenzbetrag des Nettoeinkommens und des geltenden Freibetrages zahlen.

Beispiel: Du bist Single und verdienst 1200 €. Dein geltender Freibetrag ist der für Single, also 1145 €. Somit liegt dein Nettoeinkommen um 55 € über dem Freibetrag. Demnach erhälst du eine Freistellung mit verminderter monatlicher Rate von 55 € und musst somit alle drei Monate nur 165 €, statt wie regulär 315 € an das BVA zahlen.